die spielkameraden

Wie bin ich auf dieses Spiel aufmerksam geworden?
Beim Sichten der Spiele, die mir in den letzten zehn Jahren aufgrund spielerischer Abstinenz entgangen sind, stolperte ich letztes Jahr über Tzol’kin. Das Cover hatte es mir sofort angetan. Und dann dieser geniale Zahnradmechanismus! Zudem ein BGG Rang von 38. Und dann noch Zweitplatzierter beim Dt. Spielepreis 2013 (mit Terra Mystica damals einen übermächtigen Konkurrenten). Als dann im Dezember 2018 im Milan-Advendskalender die Erweiterung sehr günstig angeboten wurde, schlug ich zu.

Worum geht es bei Tzolk’in?
Jeder Spieler repräsentiert einen Maya-Stamm, der mit den anderen Mitstreitern um Siegpunkte kämpft. Der Grundmechanismus ist ein Arbeitereinsatz (genauer gesagt, ein Workerdisplacement), da man durch das Entfernen von Arbeitern auf den entsprechenden Zahnrädern Aktionen auslöst.

Wie funktioniert Tzok’in?
Grundsätzlich muss sich jeder Spieler in seinem Zug für eine von zwei Möglichkeiten entscheiden (ja, es kann so einfach sein 😁). Entweder man platziert einen oder mehrere Arbeiter auf die Zahnräder oder man nimmt Arbeiter wieder von den Zahnrädern zurück in den persönlichen Vorrat. Durch das Entfernen von Arbeitern werden dann auf den jeweiligen Zahnrädern unterschiedliche Aktionen ausgelöst: Mais-/Holzernte (Palenque-Rad), Holz-/Stein-/Goldgewinnung (Yaxchilan-Rad), Gebäude-/Monumentbau und Technologieentwicklung (Tikal-Rad), Umtauschen und neue Arbeiter gewinnen (Uxmal-Rad), Siegpunktegenerierung durch Ablegen von Kristallschädeln (Chichen Itza-Rad). Des Weiteren gibt es die Möglichkeit, in einem von drei Tempeln aufzusteigen, um an den vier Mal pro Spiel statt findenden Erntefesten Siegpunkte oder Rohstoffe abzugreifen. An diesen Erntefesten müssen jedoch auch die eigenen Arbeiter mit Nahrung (Mais) versorgt werden, da man andernfalls kostbare Siegpunkte verliert. Nach jeder Runde wird das zentrale Rad in der Mitte um eine Position weitergedreht, wodurch sich die auf den fünf anderen Zahnrädern befindlichen Arbeiter ebenfalls um eine Position weiterdrehen. Dadurch stehen einem in der nächsten Runde verbesserte Aktionen zur Verfügung.

Was hat gefallen?
1. Die Qual der Wahl
Man möchte gefühlt tausend Aktionen gleichzeitig nutzen bzw. planen, startet aber nur mit drei Arbeitern. Durch die Interaktion mit den Mitspielern (Wegschnappen von Plätzen auf den Zahnrädern, Gebäuden oder das spontane Radweiterdrehen um zwei Positionen) muss man permanent seine Strategie überdenken. Klasse!
2. Warten lohnt sich
Dadurch, dass die zur Verfügung stehenden Aktionen mit jeder weiteren Raddrehung wertvoller werden, möchte man am liebsten seine Arbeiter platzieren und mehrere Runden gar nichts machen, damit die anschließende Ernte um so reichhaltiger ausfällt. Genau dieser Mechanismus hebt es aus der Masse der Workerplacementspiele heraus.
3. Die Spielzeit
…finde ich optimal (inkl. Erlärung knapp zwei Stunden).

Was ist zu bemängeln?
1. Die Optik
Durch die drölfzigste KS Deluxe-Bling-Bling Kampagen ist man, was die Optik und das Spielmaterial angeht, inzwischen sehr verwöhnt. Daher kommen die Illustrationen auf dem Board m.E. etwas altbacken daher. Allerdings habe ich auf BGG schon Fotos von angemalten Zahnrädern gesehen, die allein dadurch das Spiel nochmal ein ganzes Stück ansehnlicher machen.
2. Der Regelfehler
Auf BGG wurde dieser schon ausgiebig diskutiert. Die Erklärung der zweiten Stufe der Landwirtschaftstechnologie ist zumindest fragwürdig bzw. widersprüchlich zur Erläuterung des Palenque-Rads. Dieses Problem würde ich beim nächsten Mal einfach durch eine Hausregel lösen.

Würde ich es nochmal spielen?
Definitiv! Allein schon, um andere Strategien auszuprobieren. Bei der Erstpartie war ich stark auf die Kristallschädel fixiert (die mir schließlich auch den Sieg gebracht haben). Und um die Faszination der sich drehenden Zahnräder erneut erleben zu können…. 😆

Fazit
Nur weil ein Spiel schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat, muss es noch nicht zum alten Eisen gehören. Ausserdem ist manchmal der zweite Platz doch besser als der erste (bin kein Terra Mystica Fan). Es ist lohnenswert, einen Blick auf die Top Ten des jeweiligen Dt. Spielepreises aus der Vergangenheit zu werfen. Zumindest solange diese noch nicht out of print sind.
Was sind Eure Erfahrungen mit Tzolk’in?

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One thought on “Ersteindruck: Tzolk’in – Der Maya-Kalender

  1. Thomas Krüger

    1 Jahr ago

    Jo, es muss nicht immer das neuste sein 👍 Ich habe Tzolkin bisher zweimal gespielt. Ich finde es gelungen und mag es sehr, obwohl das Siegertreppchen nicht in Sichtweite war. Da kann man noch einige Partien an einer Strategie feilen. Schön, dass es außerdem auch zu fünft spielbar ist.

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