die spielkameraden

Angehypt von diversen Bloggern und Vloggern hatte ich mir schon lange vorgenommen, dieses kleine, feine Spiel einmal auszuprobieren, weil ich das Gefühl hatte, bei mir als alten Magic Haudegen genau die richtigen Knöpfe zu drücken. Bei Hankau Spielt hatte ich dann dank eines lieben Spielkameraden die Möglichkeit, eine Proberunde zu spielen (Spoiler: Dieser Proberunde folgten inzwischen viele weitere…).

Meine erste Partie bei Hankau Spielt

Worum geht es bei Res Arcana?
Bei Res Arcana präsentiert jeder Spieler einen Magier, der im Laufe des Spiels mit Hilfe von Essenzen und Gegenständen, Orte der Macht und/oder Monumente erwirbt bzw. Drachen und andere Tiere kontrolliert. So weit, so unspektakulär.

Wie funktioniert Res Arcana?
Der Clou liegt bei diesem Kartenspiel in dem raffinierten Aufbau einer eigenen Engine, die unglaublich viel Spaß macht. Res Arcana geht über eine nicht vorher definierte Anzahl an Runden. Das Spiel endet sobald der erste Spieler am Rundenende mehr als zehn Siegpunkte gesammelt hat. Zu Spielbeginn werden fünf Orte der Macht sowie zwei Monumentkarten ausgelegt. Diese haben mächtige Effekte bzw. generieren Siegpunkte und sind dementsprechend sehr teuer. Als nächstes zieht jeder Spieler zwei Magierkarten und muss sich für eine von beiden entscheiden. Diese Karte gibt dem Spieler einen dauerhaften Effekt (z.B. den Erhalt von Ressourcen oder dass man eine gespielte Karte auffrischen darf) den er während jeder Runde einmal nutzen kann. Des Weiteren erhält jeder Spieler zu Spielbeginn acht Artefaktkarten (in der fortgeschrittenen Version können am Anfang Karten auch gedraftet werden). Diese acht Karten bilden das Deck der Spieler. Dementsprechend handelt es sich bei Res Arcana auch um keinen Deckbuilder, da man im Laufe des Spiels keine weiteren Karten für den eigenen Nachziehstapel erwirbt. Man beginnt mit drei Artefaktkarten als Starthand und fünf unterschiedlichen Ressourcen. Nachdem sich jeder Spieler für ein ebenfalls offen ausliegendes Gegenstandskärtchen entschieden hat beginnt das Spiel. Zu Beginn jeder Runde erhalten die Spieler für ihre Auslage (Artefakte, Magier, Orte der Macht, Gegenstände) Ressourcen sofern diese darauf abgebildet sind. Nach dieser Einkommensphase führen die Spieler reihum jeweils eine Aktion aus und zwar so lange bis alle Spieler gepasst haben. Dann beginnt eine neue Runde. Sobald man an der Reihe ist kann man entweder eine Karte durch Abgabe der entsprechenden Ressourcen ausspielen, eine Karte abwerfen (und zwei beliebige Ressourcen oder ein Gold erhalten), den Effekt einer bereits ausgespielten Karte, eines Gegenstandes oder eines Monuments nutzen oder einen der offen ausliegenden Orte der Macht oder ein Monument erwerben. Schließlich besteht auch die Möglichkeit zu Passen. Der erste Spieler der passt kann sich für die nächste Runde ein neues Gegenstandskärtchen nehmen und nimmt sich das Startspielerplättchen, was einen Siegpunkt wert ist. Nachdem alle gepasst haben wird überprüft, ob ein Spieler zehn oder mehr Siegpunkte erreicht hat. In diesem Fall endet das Spiel. Anderenfalls werden die Komponenten wieder spielbereit gemacht und eine neue Runde beginnt.

Was hat gefallen?
1. Die Mechanik
Man beginnt mit einem Deck aus acht Karten. Die Kunst ist, daraus das Beste zu machen denn Siegpunkte erzielt man im Wesentlichen durch die Orte der Macht und Monumente. Kluges Ressourcen- und Aktionsmanagement sind hier gefragt.
2. Das Material
Die bunten Holzressourcen stellen Elemente dar. Tatsächlich sind diese auch genauso geformt (z.B. Feuer als kleine rote Flamme). Auch die übrigen Spielmaterialien (z.B. dicke Pappe für die Orte der Macht und die Gegenstände) fühlen sich wertig an. Des Weiteren ist das Tiefziehinlay sehr gelungen. Der Spielaufbau gelingt dadurch in wenigen Augenblicken. So sollten heutzutage Spiele ausgestattet werden.
3. Der Wiederspielreiz
Dadurch, dass jeder pro Partie mit einer anderen Konstellation aus acht Artefaktkarten spielt, gibt es hier jede Runde neue Synergien zu entdecken. Zudem haben die Orte der Macht unterschiedliche Vor- und Rückseiten. Des Weiteren gibt es schon die erste Erweiterung (Lux et Tenebrae), die auch auf Deutsch erscheinen soll.

Was ist zu bemängeln?
1. Die Interaktion
Res Arcana spielt sich sehr solitair. Einzig durch die Drachenkarten können Ressourcen von anderen Spielern zerstört werden. Dagegen gibt es aber entweder Abwehrkarten oder das Spiel ist schon so weit fortgeschritten, dass einen der Verlust von ein, zwei Ressourcen nicht stört. Daher hätte man diesen Aspekt m.E. entweder viel stärker machen oder gleich ganz weglassen können.   
2. Der Preis
Vielleicht ist für den ein oder anderen der Preis von ca. 30,- EUR etwas happig für ein Kartenspiel. Allerdings bekommt man dafür auch einen hohen Wiederspielwert. Auch die Spielmaterialien und das Inlay sind über jeden Zweifel erhaben.

Fazit
Die Mischung aus gelungenem Enginebuilding und wertigen Spielmaterialien ist dem Schöpfer von Race/Roll for the Galaxy sehr gelungen. Spieler die diese Mechanik mögen, dem Fantasygenre nicht abgeneigt sind und kein Problem mit geringer Interaktion haben, können hier bedenkenlos zugreifen. Ich freue mich schon auf die Erweiterung!

Hier ist das Spiel schon sehr weit fortgeschritten. Jeder Goldmarker auf dem Ort der Macht (rechts) ist einen Siegpunkt wert.



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One thought on “Ersteindruck: RES ARCANA (2019, Sand Castle Games, Thomas Lehmann)

  1. Basti

    3 Monaten ago

    Das Spiel endet in der Runde in der ein Spieler 10 Punkte erreicht... daher die Runde wird noch zu Ende gespielt und der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt dann (was nicht unbedingt derjenige ist der das Ende eingeleitet hat ;-) )

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